ausprobiert: Henna!

Ihr Lieben, endlich war es für mich soweit,

ich habe es gewagt und meine rote Mähne mit Henna gefärbt.
Gekauft habe ich diese Farbe von Abtswinder im Kaufland für um die 4 Euro.
In der Packung enhalten sind 100g Hennapulver und Einweghandschuhe.

Kaufentscheidend für mich war der günstige Preis, das versprochene strahlend leuchtende Rot und dass diese Farbe sogar BDHI-zertifiziert ist.

Ich konnte deshalb beim Einkaufen meinen Augen kaum trauen und habe sie einfach auf Verdacht in der Farbe intensiv rot mitgenommen, da zumindest das Bild auf der Verpackung meiner derzeitigen Haarfarbe recht nahe kommt. Vor ein paar Tagen habe ich euch ja schon auf meinem Dm Raubzug-Bild die Pflanzenhaarfarbe von Sante gezeigt, mit der ich eigentlich meine Henna-Erfahrung starten wollte. Da ich mir nun diese hier von Abtswinder vor die Füße gekommen ist, stelle ich die Farbe von Sante erstmal zurück, werde euch aber im nächsten Monat davon berichten, denn so wie es aussieht, bleibe ich bei Pflanzenhaarfarben und werde mich in nächster Zeit ordentlich durch das verfügbare bunte Sortiment testen, denn sie sind für mich definitiv eine Alternative zur allmonatlichen Chemiekeule.

Das Abtswinder Henna ist noch in 4 weiteren Farben erhältlich:

henna abtswinder n

Das sagt der Hersteller:
Unsere Pflanzenhaarfarben zur Farbnuancierung sind ein rein natürliches Produkt, das ausschließlich aus Pflanzenpulvern besteht. Henna hilft strapaziertem, angegriffenem und geschädigtem Haar. Grundstoff für Henna rot intensiv ist ein Pulver aus gemahlenen Blättern des Henna-Strauches.

Was nun folgt ist ein kleiner Erlebnisbericht,
doch bevor es losgeht noch ein paar Worte zum Ausgangszustand meiner Haare.

Ich habe überschulterlanges, recht strapaziertes, feines Haar, welches ich schon seit über 10 Jahren (!) chemisch färbe, meist in einem recht knalligem granatrot. Wie ihr vielleicht wisst, versuche ich seit einiger Zeit von konventioneller Kosmetik etwas Abstand zu nehmen und nun wollte ich für mich herausfinden, ob es auch in Sachen bunter Kopf (muss sein!) eine Alternative zu konventioneller Haarfarbe gibt. Bevor ich diese Packung verwendet habe, waren meine Haare übrigens schön circa 4 Monate silikonfrei und ich habe ebenso lange nicht mehr gefärbt, sondern nur getönt. Vor allem silikonfreie Haarpflege würde ich vor einer Hennaanwendung dringend empfehlen, da die Farbe nicht durch Chemie ins Haar geschleust wird, sondern sich um das Haar herumlegt. Bei einer Silikonschicht auf den Haaren kann es sein, dass sich die Farbe nicht oder nicht zufriedenstellend am Haar anlagern kann. Die letzte Tönung in granatrot lag in meinem Fall etwa 4 Wochen zurück. So guckte also bei mir schon ein ordentlicher Ansatz hervor und mein unbehandelter mittelblonder Ansatz wollte wieder eingefärbt werden. Haarbeschaffenheit und Ausgangshaarfarbe haben einen großen Einfluss auf das Hennaergebnis und es gibt verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Ich habe die Hennapackung auf frisch gewaschenen und luftgetrockneten Haaren gemacht.

Anrühren/ Vorbereiten
Hennapulver in eine Schüssel geben und ca 300ml heißes Wasser (oder starken roten Tee) und einen Spritzer Haarkur dazugeben, kräftig umrühren, leicht abkühlen lassen. Die Mischung sollte nicht zu fest sein, da das Henna sonst nicht gut Farbe an die Haare abgibt, zu flüssig sollte sie aber auch nicht sein, da sie sonst schnell wegläuft. Alles, was nicht unbedingt mitgefärbt werden sollte, aus dem Weg räumen. Pinsel, Frischhaltefolie und ein altes Handtuch bereitlegen und einen altes Shirt anziehen.

Auftragen
Scheitel für Scheitel wird die Hennamischung mit einem Pinsel erst auf die Ansätze aufgetragen und anschließend in den Längen verteilt und ordentlich einmassiert. Ich muss zugeben, dass ich beim Scheiteln immer nur recht kleine Partien abtrenne um sicher zu gehen, dass auch überall Farbe hinkommt, vor allem an meinen blonden Ansatz. Das dauert natürlich auch dementsprechend und trotz jahrelanger Heimfärbe-Erfahrung habe ich gut eine Stunde gebraucht, bis ich mit dem Auftrag fertig war und dort wo ich begonnen habe, wurde das Henna leider schon etwas trocken. Mit etwas Wasser habe ich diese Stellen wieder etwas angefeuchtet, denn nur im feuchten Zustand kommt es zur Färbung. Beim Haarefärben bin ich leider ein kleines Ferkelchen: nach dieser Stunde war wie immer auch die Haut um den Haaransatz schon ein bisschen eingefärbt und diese sollte man schleunigst mit Feuchttüchern entfernen, sonst gibts ganz schnell auch ein buntes Gesicht & bunte Ohren! ,)

Einwickeln/ Einwirken/ Wärme
Henna mag es nicht nur feucht, sondern auch schön warm. Damit die feuchte Masse nicht allzu sehr tropft, habe ich meine grünbraun eingepinselte Mähne längs über meinen Kopf gelegt und sie mehrmals mit Frischhaltefolie umwickelt. Die Unverbesserlichen können das ganze auch zum Anwärmen kurz anfönen. Drüber kam dann zum Warmhalten noch ein Handtuch, welches auch jede Menge der anfangs ziemlich tropfenden Hennapaste aufgefangen hat. Ich habe die Packung etwa 4 Stunden lang einwirken lassen, besonders geduldige können die Farbintensität und Haltbarkeit der Farbe noch verlängern, denn in Sachen Einwirkdauer sind keine Grenzen gesetzt so lange das Henna schön warm und feucht ist. Mit 100g Henna bin ich für meine überschulterlange Mähne locker ausgekommen, für kurze Haare dürfte auch die halbe Packung ausreichend sein. Viele Unkenrufe habe ich schon wegen des Geruchs gehört, ich persönlich mag diesen frischen Duft nach Heu und getrockneten Gräsern und ziehe in definitiv beißendem Ammoniak vor.

Ausspülen
Henna sollte kurz nach der Anwendung nicht shampooniert werden, da die Farbe sich noch etwas nachentwickelt. Deshalb kann es auch hilfreich sein, der Hennapaste etwas Spülung/ Haarkur beizufügen, denn so lässt es sich wirklich gut auswaschen. Ich habe im Waschbecken etwa 4-5 Spülgänge gebraucht bis alle Pflanzenteilchen von der Kopfhaut und aus den Längen verschwunden waren und zusätzlich mit etwas Spülung als Shampooersatz nachgeholfen, denn auch Spülungen enthalten Tenside, die aber nicht ganz so stark reinigen.

Ergebnis
Wahhhnsinn, oder?
Meine Haare strahlen nun in einem sehr leuchtenden warmen Kupferton und auch die vorher granatroten Längen hat das Henna recht gut mit eingefärbt. Natürlich hat diese Prozedur im Vergleich zu einer herkömmlichen Färbung bedeutend länger gedauert, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Meine Haare haben einen wunderbaren Glanz und fühlen sich schön fluffig an.
Die Farbe gefällt mir ausgesprochen gut und ich bin absolut zufrieden mit der Farbintensität, die ganz ohne Farbverstärker zu Stande kam. Ich werde noch weiter an meinen Hennabeigaben feilen, um vielleicht auf ein noch etwas dunkleres Rot rauszukommen, vielleicht mal mit schwarzem Tee?
Ich habe übrigens hier eine tolle Broschüre von Catherine Cartwright-Jones gefunden, die viele interessante Informationen rund ums Färben mit Henna bereitstellt.

Ich kann übrigens nur jedem ans Herz legen, Pflanzenhaarfarben eine Chance zu geben, vor allem, wenn ihr sowieso vorzugsweise in relativ gedeckten Nuancen färbt. Natürlich ist das Färbeergebnis nicht ganz so intensiv wie bei konventionellen Colorationen und von meinem knalligen Granatrot werde ich mich wohl verabschieden müssen, dennoch habe ich ein besseres Gefühl mit dieser nicht erbgutverändernden Variante der Haarverschönerung und ich persönlich vermisse die teils karzinogenen Inhaltsstoffe in Haarfarben in der Nähe meines Gehirns nicht die Bohne und plädiere überdem für mehr Aufklärung in puncto Inhaltsstoffe, denn ich finde es ungeheuerlich, dass der gemeine Verbraucher zu oft nur durch Eigeninitiative an Informationen dazu kommt und ein bisschen mehr Transparenz wäre nur fair, denn wir haben es auf dem Kopf. ,)
Solltet ihr nun auch neugierig geworden sein, euch aber vor einer ungewünschten Überraschungen fürchten, könnt ihr auch einfach eine Probesträhne mit Haaren aus eurer Haarbürste färben um das Farbergebnis auf eurem Haar schonmal anzutesten.
Update: Ein weiteres schönes Farbergebnis habe ich inzwischen übrigens mit der Pflanzenhaarfarbe von SANTE in mahagonirot erzielen können, guckt mal.

Färbt ihr eure Haare regelmäßig oder bevorzugt ihr eure natürliche Haarfarbe?
Habt ihr schon mal Henna probiert und wenn ja, welches?
Kennt ihr Tricks und Tipps in puncto Henna, die das Färbeergebnis verbessern?

Sonnige rote Grüße,
habt noch einen schönen Restsonntag
eure Mexi

Ps: Meine Glücksfee war diese Woche wirklich wieder fleißig. Von Dm habe ich wohl aus dem „Momente im Grünen“ Gewinnspiel völlig unverhofft noch einen weiteren Preis abgestaubt, diesmal habe ich mich rieeesig über dekorative Kosmetik von alverde gefreut.
Guckt mal:

2013-04-11 18.40.10

Ich hasse Überraschungen, aber an diese könnte ich mich echt gewöhnen.
In dieser alverde-grünen Kosmetiktasche waren beigelegt:

– alverde 4in1 Color & Care Foundation
– alverde Quattro Lidschatten, Farbe 47 pure berry
– alverde Nothing but volume Mascara
– alverde Lippi, Farbe 02 shiny terra

Wohoooo! ❤

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3 Gedanken zu “ ausprobiert: Henna!

  1. Schönes Ergebnis. Ich färbe mir die Haare mit Henna Masria, feurig rot alle 5-6 Wochen. Stärkt die Haarwurzel und lässt meine Haare besonders in der Sonne leuchten. Da ich von Natur eher dunkel braune Haare hab, werden sie natürlich nicht so rot, wie in deinem Fall, aber sie sehen natürlich viel lebendigen und frischer aus. 🙂 Henna ist so zu sagen, mein jahrelanger Begleiter.

  2. Hey! .)
    Vielen Dank für die Blümchen.
    Von Henna Masria habe ich bisher noch nichts gehört, aber feurig rot hört sich für mich sehr verlockend an. Ist das reines Henna?
    Wo gibts das denn zu kaufen?

    Allerliebste Grüße!

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