Rückblick auf ein Jahr Henna, ein kleines Frage-Antwort Spiel

Henna rot gefärbtes Haar neu
Ihr Lieben,
nicht nur der Blog feiert derzeit sein Einjähriges, sondern auch vor genau einem Jahr habe ich meine monatliche Färberoutine auf Pflanzenhaarfarben umgestellt. Kürzlich erhielt ich von einer lieben Leserin für einen kleinen Fragebogen für ein Projekt zum Thema PHF, den ich so passend und toll fand, dass ich dieses Frage-Antwort Spiel und meine Gedanken dazu gern auch hier nochmals aufgreifen möchte.

 

1. Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Haare auf natürlichem Weg zu färben?
Der ausschlaggebende Punkt war bei mir der Umstieg auf Naturkosmetik, der mit der Umstellung meiner Gesichtspflege begann. Nach und nach bin ich auch bei meinen Haaren zur NK gewechselt und habe festgestellt, dass natürliche Pflege und Farbe einiges zu bieten hat und meinen Haaren sehr gut tut, auch wenn sich die Umstellung auf für mich passende Produkte und der Silikonentzug zunächst als sehr haarsträubend angefühlt haben. Bis dato habe ich mein von Natur aus mittelblondes Haar über zehn Jahre lang regelmäßig blondiert und gefärbt, welches dementsprechend sehr beansprucht war. Neben dem Pflegeaspekt wollte ich weg von all den fragwürdigen Inhaltsstoffen, die während des Färbevorgangs nicht nur auf meinem Haar, sondern auch über die Kopfhaut schneller in meinen Körper gelangen als es mir lieb ist. Obwohl ich anfangs wirklich skeptisch in Bezug auf die Farbwirkung war, Abschied von meiner kirschroten Mähne nehmen und erstmal ein paar Färbetricks trainieren musste, habe ich inzwischen eine echte Liebe für mein hennarotes Haar entwickelt und staune immer wieder aufs Neue.

2. Mit welchem Farbstoff färben Sie? (Henna, Indigo…)
Da ein strahlendes Rot einfach zu mir gehört, ist reines Henna mein liebster Zauberfarbstoff.

3. Welche Marke nutzen Sie? Woher beziehen Sie Ihr Produkt? (Biomarkt,Onlineshop…)
Ausprobiert habe ich mittlerweile verschiedenste Marken und Farben von Abtswinder über SANTE bis Kräuter Mieke. Meine Lieblingsmarke ist bislang das reine Hennarot von Khadi, denn ich bin absolut begeistert von dem superfein gemahlenen Pulver und noch mehr von dem satten, nicht orangestichigen Rotton, der sich ganz deutlich von anderen reinen Hennapulvern abhebt: für mich der Ferrari unter den Pflanzenhaarfarben! Ich kaufe mein Khadi Henna meist im Netz und dann gleich gern ein paar mehr Packungen.

4. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Färben?
Den großen Vorteil von PHF sehe ich in der Verträglichkeit, der Umweltfreundlichkeit, dem Pflege-Effekt und der unnachahmlichen Leuchtkraft, die so in der Form mit chemischen Haarfarben absolut nicht vergleichbar ist. Ich färbe nun seit einem Jahr mit PHF und meine Haare sind wie ausgewechselt: mein letzter Haarschnitt ist nun schon wieder einige Monate her und trotz regelmäßigem Fönen sind meine Haare bis in die Spitzen kerngesund, kein Spliss, kein Haarbruch. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich erstmals einen deutlichen Längenzuwachs verzeichne, der mir zuvor aufgrund brutalen Haarbruchs wahrscheinlich gar keine Chance zum Auffallen hatte. Noch vor einem Jahre wäre es undenkbar gewesen, mal einen Monat ohne Spliss-Schnitt auszukommen. Die Farbe baut sich von Färbung zu Färbung stärker auf und intensiviert sich. Während die Rotpigmente der chemischen Haarfarben (besonders auf den stark strapazierten Partien) oft nach ein paar Wäschen herausfallen, verblassen die des Hennarots zwar mit der Zeit, sitzen aber bombenfest.
Der Nachteil liegt sicher in der Anwendung, die im Vergleich zur chemischen Haarfarbe ein wenig aufwändiger und gerade für Anfänger etwas schwieriger sein könnte. Der Auftrag mit dem Pinsel verhält sich zwar nicht anders als bei einer chemischen Haarfarbe, allerdings braucht die Natur mehr Zeit zum Wirken und erfordert daher etwas Geduld beim Färben. Ich lasse meine Farbe generell mindestens 6 Stunden einwirken, meist werden es sogar bis zu 10 Stunden, die ich dann sonntags putzender-, lesender- oder bloggenderweise mit Hennaturban auf dem Kopf aushalte. Außerdem eine Wissenschaft für sich ist das Anrühren und Vorbereiten der Farbe, die auch seine Zeit, Hingabe und Übung braucht. Ich habe mir mittlerweile eine Anrührtechnik mit Mixer, starkem Schwarztee, Zitronensaft und Amlapulver angeeignet, die über Nacht oder zumindest für einige Stunden durchzieht. Ich entdecke immer wieder neues, bin sicher noch nicht am Nonplusultra angelang und habe da noch ein paar Experimente vor mir. Ein weiterer Nachteil (nicht für mich, denn ich lieebe mein Henna-Rot über alles) könnte in der Farbauswahl liegen, da sich mit PHF nur natürliche Töne erzielen lassen. Da sich die jeweilige Ausgangshaarfarbe maßgeblich auf des Färbeergebnis auswirkt, liegen krasse Farbveränderungen á la von dunkel zu hell nicht in der Macht der Pflanzenhaarfarben.

5. Denken Sie die Verwendung von Pflanzenhaarfarben wird tendenziell ansteigen, sinken oder gleich bleiben?
Ich glaube, dass das Bewusstsein für Umwelt, Konsum und Inhaltsstoffe seit einiger Zeit grundsätzlich stärker in den Vordergrund tritt und immer mehr Menschen sich damit beschäftigen und beschäftigen wollen, was sie sich, ihrem Körper und der Umwelt zumuten. Im Zuge dessen denke ich, dass sich PHF in Zukunft ebenfalls größerem Zuspruch erfreuen werden und auch hier auf dem Blog wird das Interesse daran durch zahlreiche tägliche Suchmaschinenanfragen deutlich. Ich glaube und hoffe, dass sich diese Entwicklung zukünftig weiter fortsetzen wird, auch wenn ich denke, dass diese Themen nicht selbstverständlich in unseren Köpfen landen. Das Nachdenken über Alternativen wird nach wie vor nur dort stattfinden, wo ein grundsätzliches Bedürfnis danach besteht. Speziell in Bezug zu Pflanzenhaarfarben kommt dazu, dass sich perönlicher Farbwunsch und Farbergebnis manchmal erstmal auf einen gemeinsamen Kompromiss einigen müssen und in puncto krasse Aufhellung oder verrückte Farben auf dem Kopf wohl zunächst keinen gemeinsamen Nenner finden werden.
Es kommt halt immer auch darauf an, was man (nicht) will. ,)

Habt ihr schonmal mit PHF gefärbt und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Wo liegen aus eurer Sicht die größten Vor- und Nachteile von PHF?
Gedankenexperiment: Welche Haarfarbe würdet ihr gern mal probieren, habt es euch aber noch nie getraut?

PS: A propos Hennageburtstag, habt ihr mein Geburtstags-Giveaway schon gesehen? Falls nicht, macht gern schnell noch mit, denn morgen um Mitternacht klappen sich die Deckel auf den vier Lostöpfen zu.

Liebste Grüße
Mexi

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9 Gedanken zu “Rückblick auf ein Jahr Henna, ein kleines Frage-Antwort Spiel

  1. Ich färbe meine Jahre jetzt schon seit mehreren Jahren mit Henna (ebenfalls rot) und bin damit total zufrieden. Die Haare scheinen viel gepflegter zu sein. Allerdings mixe ich unter die Masse keinen schwarzen Tee oder so, sondern rühre das ganz normal mit heißem Wasser an. Sollte vielleicht doch mal was experimentieren, denn ich hätte gerne, dass das Rot auch schon kräftig ist. Außerdem sollte ich das Zeug nicht direkt nach einer Stunde schon auswaschen. Ich bin einfach zu ungeduldig. 😉

    Hast du auch schon mal die Colorcremes von Logona und Sante ausprobiert? Leider gibt es kein normales rot als Colorcreme. Ansich find ich die Idee aber nicht schlecht.

    liebe Grüße,
    Verena

  2. Coole Farbe auf dem Foto! Und die Haare sehen so gesund aus!

    Ich habe früher gerne mit Henna gefärbt. Momentan habe ich aber nach vielen vielen Jahren endlich meine echte Haarfarbe da und mag sie für eine Weile auch behalten. Aber wenn, dann kommen nur Pflanzenfarben in Frage!

  3. Da ich meine Naturhaarfarbe trage (damit gehört man ja heutzutage schon zu einer ganz seltenen Gattung ;)), kann ich da momentan nicht mitreden…Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, irgendwann mal wieder zur Farbe zu greifen und dann würde ich auch auf naturkosmetische Farben zurückgreifen…Jedoch verträgt sich Henna nicht so gut mit grauen Haaren, oder habe ich das gerade falsch in Erinnerung?

    Liebe Grüße 🙂

  4. Ich habe ganz früher auch mit reiner Henna gefärbt. Mein Problem ist, dass ich im Moment gerne meine natürliche dunkel-braune Haarfarbe behalten, aber gleichzeitig graue Haare abdecken will. Und da habe ich bisher noch absolut keinen Erfolg gehabt mit PHF. Ich habe die Pulver ausprobiert und die Cremes, aber meine grauen Haare bleiben immer strahlend weiss. Falls irgendjemand Tipps zu dem Thema Grauhaarabdeckung hat, wäre ich sehr dankbar.

    • Huhu Alma Matters,
      meine Ma hat vor einigen Jahren ich meine mit den Pflanzenpulvern Logona und Sante hermprobiert und fands von der Grauabdeckung her eher nicht so dolle. Nu verwendet sie bereits, seit in DE erhältlich, Khadi-Farben und ist begeistert. Ich glaube, sie rührt am Vortag an (nicht drauf festnageln bitte ;-)) und lässt die Farbe dann rund 2 Stunden auf vorgewaschenem Haar einwirken. Die grauen Haare (von dunkelgrau bis weiß alles dabei) zwischen den von Natur aus dunkelbraunen fallen meist kaum auf, wie dezente Highlights. 🙂

  5. Hallo, jetzt muss ich auch mal was loswerden: Ich habe mich über die Google-Suche nach Erfahrungen mit Henna auf deinen Blog verirrt und bin total begeistert 🙂 Habe den Schritt jetzt auch gewagt und meine arg geschundenen roten Chemiehaare mit Henna gefärbt. Es hat super geklappt, auch wenn der Ansatz aufgrund meiner eher hellbraunen Originalfarbe recht dunkel ist und ich mich dann an die neue Farbe insgesamt gewöhnen muss, wenn die unteren Partien mal rausgewachsen sind. Ich hab hier bei dir auch schon ein paar Produkte entdeckt, die ich auch ausprobieren will (und den Henna-Balsam habe ich mir gleich bestellt und bin begeistert, hihi) und bin total froh, dass ich auf deinen Blog gestoßen bin! Werde ich gleich folgen und bin gespannt, was als nächstes so kommt. 🙂

  6. ²Verena
    Ja, mit Anrührtechnik und Einwirkzeit kann man viel am Farbergebnis rumschrauben und ich bin auch immer wieder erstaunt, wie sich das auswirkt. Nur Mut, probier gern ein bisschen rum. .)
    Die Colorcremes von SANTE und Logona habe ich mir auch schon neugierig beäugt, allerdings geht es mir ganz ähnlich wie dir, denn die Farbauswahl sagt mir persönlich nicht so ganz zu, wobei Logonas Indian Summer schon am ehesten in mein Beuteschema passen würde.
    Irgendwann probiere ich sie bestimmt mal aus und träume bis dahin noch von einer Colorcreme in einem „richtigen“ Rot. *zwinker*

    ²wasmachtHeli
    Dankeschön! *blush*
    Ich freue mich ja für jede/n, der mit einer Naturhaarfarbe gesegnet ist, die ohne Zutun perfekt passt. Mein Mittelblond lässt mich leider schrecklich farblos erscheinen und deshalb „muss“ ich da einfach nachhelfen. Diese rote Liebe hat mich außerdem einfach richtig gepackt, ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, irgendwann zum Blond zurückzugehen und Ende bestimmt als Henna-Omi á la Vivienne Westwood, thihi

    ²beautyjungle
    Dein Braun steht dir aber auch ganz ausgezeichnet! .)
    Tatsächlich sind meine Haare durchs Hennen und NK-Pflege wie ausgewechselt. Wenn ich mir das Bild jetzt so angucke (und das ist ja schon über ein Jahr alt und entstand zu den Anfängen meiner Henna-Umstellung), sehe ich mein Haar und vor allem meine Spitzen zum jetzigen Zeitpunkt noch vieeel gesünder und kräftiger und ich bin mit der Farbe so zufrieden.
    Hach!

    ²Ahnungslose Wissende
    Du Glückliche!
    Auf grauen Haaren kann das Farbergebnis im Relation zum übrigen Haar etwas leichter ausfallen.
    Ich habe es inzwischen übrigens geschafft, meine beste Freundin mit Henna anzustecken, die auch schon hier und da graue Haare hat und das klappt super. Durch die etwas helleren (grauen) Strähnen wirkt das sehr natürlich und es kommt natürlich auch immer darauf an, was man möchte. Eine hundertprozentig ebenmäßige Abdeckung ist dadurch, dass das Ausgangsmaterial bei reinem Henna immer noch minimal durchschimmert, ein bisschen schwierig, aber auch graue Haare sind mit Henna durchaus färbbar.
    Vielleicht kann ich sie mal zu einem Foto für einen Henna-Blogpost überreden, damit ihr mal ein Beispielbild davon habt, wie gut Henna auf grau aussehen kann, hehe.

    ²Alma Matters
    Wie schön, dass du auch mit PHF herumprobierst. Wie oben schon erwähnt, ist das mit dem Grau so eine Sache, aber keine unmögliche.
    Welche Farben hast du denn bislang probiert, wie hast du sie angerührt und auch ganz wichtig: wie stark ist denn der Grauanteil bei dir? Hast du sehr dickes Haar?
    Oft wird beim Färben von grauem Haar eine quasi doppelte Färbung gemacht, also in ganz kurzen Abständen Farbe aufs Haar gebraucht, um eine intensive Grauhaarabdeckung zu erzielen.

    ²Anna Vögelchen
    Bei so lieben Kommentaren geht mir immer das Herz auf, dankeschön! ❤
    Ich freue mich total, dass du es gewagt hast und nun so zufrieden bist. Da erschließt sich einem gleich eine ganz neue Welt, oder? ,) Ich kann mir das Hennarot auf deinem Hellbraun richtig gut vorstellen und auch wenn die Farbe natürlich erstmal anders wirkt, hat sie doch einen ganz eigenen und besonderen (und das ist das schöne) Auftritt, denn dein individuelles Rot hast nur du.
    Da ich hier nicht nur grundsätzlich gern meine Erfahrungen teile und reflektiere, sondern auch persönlich sehr für die Sache brenne, freut es mich immer besonders, wenn ich so freudige Rückmeldungen sehe.
    Soo schön!

    Liebste & sonnige Grüße an euch alle!

  7. Huhus Mexi,

    bei Kaufland bin ich gestern tatsächlich über die Farben von Abtswinder gestolpert. 🙂

    … und beim Googlen wieder mal direkt bei dir gelandet. ^_^

    Es lohnt sich also wohl eher nicht, Abtswinder auszuprobieren, wenn man mit den Khadi-Farben glücklich ist? 😉

    Erst vor ein paar Tagen musste ich an dich denken, da trudelte nach meinem Radico-Test für die Amarantus-Lounge eine Mail ein, ob ich erneut was testen möchte. Bin schon ganz gespaaaannt, das Packerl scheint auf dem Weg zu sein. =)

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