günstig, aber gut: das Lidschattentrio „Coffee Party“ von Terra Naturi

Terra Naturi Metallic Trio Eyeshadow Coffee Party Naturkosmetik Müller

Mit Lidschatten ist es bei mir ein bisschen so wie mit Lieblingsklamotten und allem, was man gern hat: findet man etwas, das einem so richtig gut in den Kram passt, neigt man manchmal dazu, eine Art leidenschaftliches Beuteschema auszubilden. Das Lidschattentrio „Coffee Party“ von Terra Naturi schlägt genau in meine Lieblingskerbe, die da heißt natürliche Alltagsfarben auf den Lidern, yeah.
Ich nehms schonmal vorweg, als eines der momentan vier erhältlichen Trios der günstigen Naturkosmetik aus der Terra Naturi Dekotheke hat es mich echt positiv überrascht.

Terra Naturi Metallic Trio Eyeshadow Coffee Party

außen, innen & Preis
Das Lidschattentrio kommt in einer schlanken braunen Plastikverpackung mit Klappdeckel daher. Der Deckel meines Exemplars lässt sich leider nur mit einigem Kraftaufwand öffnen, vielleicht habe ich ein Montagsprodukt erwischt, denn ich gehe mal davon aus, dass das nicht immer der Fall sein sollte. Die drei Lidschatten sind alle zusammen in ein quadratisches Pfännchen gepresst und grundsätzlich nimmt er im Schminktäschchen nicht mehr Platz weg als ein gewöhnlicher Monolidschatten, sehr praktisch!
Da gute & schöne Quattros im günstigen Preissegment Mangelware sind und ich leider keine Müllerfiliale bei mir um die Ecke habe, freute ich mich besonders, dieses Trio für pinkmelon unter die Lupe zu nehmen ohne gleich eine kleine Weltreise dafür antreten zu müssen. Bei Müller kostet das Trio übrigens 3,25€, ein sehr galaktischer Preis mit Blick auf die Leistung.

Farben & Pigmentierung
Etwa da Hälfte des linken Pfännchens macht der hellste Ton aus: ein schönes Cremeweiß, welches im Vergleich zu den anderen beiden Tönen etwas schwächer pigmentiert ist, sich aber dennoch prima als Basisfarbe eignet und das Lid schön aufhellt. Unten rechts befindet sich ein schöner heller Braunton, der fast schon goldig warm schimmert. Oben rechts sitzt der dunkelste Ton, ein schönes dunkles Braun.
Die Pigmentierung finde ich bei allen 3 Farben echt gut und wie es der Name schon sagt, handelt es sich bei den drei Farben um metallisch schimmernde Nuancen.
Die Größenaufteilung und auch die Platzierung der Lidschatten finde ich sehr gelungen, zumal ich beim täglichen Schminken für gewöhnlich eine größere Menge helle und mittlere Töne, allerdings nur wenig mit sehr dunklen Farben arbeite. Genau dies berücksichtigt dieses Trio und auch obwohl die Farben nicht separat abgeteilt im Pfännchen liegen, kann ich die Einzelfarben optimal mit Pinsel oder Fingerspitze anpeilen.

Terra Naturi Metallic Trio Eyeshadow Coffee Party Swatch

Auftrag & Haftfestigkeit
Als ich zum ersten Mal mit dem Finger ins Pfännchen ging, war ich sehr erstaunt, denn die Lidschatten überraschen mit einer herrlich samtigen Textur. Mit Blick auf die enthaltenen Öle in der INCI-Liste war ich dann gar nicht mehr so verwundert, denn eben diese Öle machen die Lidschatten fast schon cremig und somit perfekt zum Auftrag mit den Fingern. Der Auftrag mit dem Pinsel klappt auch, ist allerdings eine Idee krümeliger und mit den Fingern kommt vor allem der metallische Glanz deutlich besser raus als mit dem Pinsel. Für ein ruckizucki AMU verteile ich den hellsten Ton aufs ganz Lid und als Highlight eine Idee mehr in den inneren Augenwinkel, gebe dann das Hellbraun von der Lidmitte Richtung Brauenknochen und äußeren Augenwinkel und zum Schluss gibts noch etwas vom Dunkelbraun in die äußerste Ecke des Auges und in die Lidfalte, voilá.  Mit Base kommen die Farben schon viel stärker raus, für ganz natürliche Augen Make Ups reicht mir persönlich aber auch die Expressvariante ohne Base aus. Auch ohne Base aufgetragen und mit etwas Puder fixiert schlagen sich die Farben in Sachen Haltbarkeit selbst bei meinen Schlupflidern ganz wunderbar, verblassen aber etwas mit der Zeit. Die Lidschatten lassen sich je nach Belieben gut aufbauen, im Falle dieses Trios gefällt mir persönlich der sehr ganz zarte Auftrag für tagsüber aber mit Abstand am besten.

Inhaltsstoffe
„Talc, Mica, Caprylic/Capric Triglyceride, Macadamia Ternifolia Seed Oil*, Ricinus Communis Seed Oil*, Magnesium Stearate, Kaolin, Parfum (Essential Oils), Glyceryl Caprylate, Prunus Armeniaca (Apricot) Kernel Oil*, Euterpe Oleracea Fruit Oil*, Aloe Barbadensis Leaf Extract*, Lava Powder, p-Anisic Acid, Tocopherol, Helianthus Annuus (Sunflower) Seed Oil*, Bisabolol, Maltodextrin [ +/- Tin Oxide, CI 77499 (Iron Oxides), CI 77891 (Titanium Dioxide), CI 75470 (Carmin), CI 77510 (Ferric Ferrocaynide)]“

Das Lidschattentrio ist leider nicht vegan, da es Karmin enthält. Die Inhaltsstoffe finde ich gemessen an dem wirklich sehr günstigen Preis völlig in Ordnung, alle enthaltenen Öle stammen sogar aus Bio-Anbau. Zertifiziert ist es durch natrue auf Stufe 2 (Naturkosmetik mit Bioanteil).

Unterm Strich:
Die prima aufeinander abgestimmte Zusammenstellung der Nuancen, sowie deren gute Pigmentierung und samtiger Auftrag überzeugen mich voll und ganz.
Ein tolles Lidschattentrio für schnelle, natürliche und unkomplizierte Alltags-Make-Ups, welches dabei auch noch sensationell günstig ist,
meine Empfehlung!

Was sagt ihr zur dekorativen Kosmetik von Terra Naturi?
Kennt ihr die Terra Naturi Lidschattentrios, wie findet ihr sie?
Oops: Beuteschemakäufe, kommt euch das bekannt vor?
Gut & günstig? – Her mit euren liebsten Drogerieschätzchen!

Liebste Grüße aus der Beuteschemazentrale,
Mexi

Khadi kann auch dunkelrot: das Henna Amla & Jatropha

khadi henna amla jatropha

Ihr Lieben,

in meinem Beitrag zum reinen Hennarot von Khadi hatte ich bereits angekündigt, dass ich ganz neugierig auf eine weitere Rotnuance im Khadisortiment war, nämlich auf die Pflanzenhaarfarbe Henna, Amla & Jatropha, um die es nun in diesem Post gehen soll.

khadi henna amla jatropha rot 2nVerpackung, Inhalt und Preis
In der Packung ist neben 100g Pflanzenhaarfarbe und Handschuhen auch praktischerweise eine Färbehaube enthalten. Die Farbe ist BDIH-zertifiziert, kostet um die 7€ und ist laut Packung für schulterlanges Haar ausreichend. Für meine feinen überschulterlangen Haare mit mittlerweile reichlich „Hennavorpigmentierung“ reicht etwa ein Dreiviertel der Packung absolut aus.

Herstellerversprechen
Diese Khadi Pflanzenhaarfarbe färbt die Haare orange bis rot. Henna in Kombination mit Amla und Jatropha gibt Ihrem Haar einen dunkleren Farbton als reines Henna. Sehr dunkles Haar erhällt einen braunen bis rotbraunen Farbton. Dabei wird die neue Haarfarbe von der natürlichen Haarfarbe mitbestimmt. Feines Haar wird intensiver eingefärbt als kräftiges, auch die Einwirkzeit steigert die Intensität. Gibt dem Haar Fülle und Glanz.
Enthält keine chemischen Zusätze, keine Konservierungsstoffe oder künstliche Farben.

Inhaltsstoffe/ INCI
Lawsonia Inermis, Emblica Officinalis, Eclipta Alba, Bacopa Monniera, Acacia Concinna, Terminalia Chebula, Terminalia Bellirica Roxb., Jatropha Glandulifera, Azadirachta Indica 

Neben dem rotfärbenden Henna und dem dunkel färbenden Jatropha sind in der Farbe tolle haaraktivierende und kräftigende Beigaben wie Bhringaraj, Brahmi, Shikakai, Vibhitaki und Neem, die sich hier quasi wie das Who is Who der ayurvedischen (Haar)-Therapie versammeln.

Anrühren, Auftrag & Ausspülen
khadi henna amla jatropha Zitronensaft SchwarzteeAn meiner gewohnten und bewährten Anrührtechnik habe ich im Prinzip nichts großartig verändert. Ich habe die Farbe wie immer mit einem sehr starken Schwarztee und einem ordentlichen Spitzer Zitronensaft am Vorabend des Färbens mit meinem Mixer angerührt und über Nacht schön durchziehen lassen. Lediglich das Amlapulver, welches ich meinen Farben immer als Leuchtkraftverstärker hinzugebe, habe ich bei dieser Farbe weggelassen, da die Farbmischung ja bereits Amla enthält. Vor dem Auftrag mit Färbepinsel habe ich meine Haare gründlich mit einem glycerinfreien Shampoo von Fett und Pflege befreit und die Farbe scheitelweise im handtuchtrockenen Haar verteilt. Anschließend habe ich alles nochmals gründlich kopfüber über der Badewanne durchgeknetet und mir die kräftig eingepinselten Haare zu einem Hennaturban eingewickelt. Zum extrem wichtigen Feucht- und Warmhalten der Farbe habe ich die Haube umgelegt, zusätzlich eine an der Seite aufgeschnittene Plastiktüte im Nacken verknotet und eine Wollmütze aufgesetzt. Ich lasse meine Pflanzenhaarfarben grundsätzlich so lange wie möglich einwirken, um ein schönes intensives Farbergebnis zu erzielen. Die Grenzen sind dabei nach oben offen und ich halte es schonmal zehn Stunden mit Henna und Pudelmütze aus. Für die ganz Ungeduldigen würde in jedem Fall eine Einwirkzeit von ein paar Stunden empfehlen. Das Ausspülen war ganz ohne Shampoo mal wieder ein Kinderspiel, was sicher auch an dem unvergleichlich fein gemahlenen Pulver liegt. Nach zwei bis drei Spülgängen und imaginärem Einshampoonieren im Waschbecken waren meine Haare und Kopfhaut blitzeblank. Da sich die Farbe an der Luft noch etwas nachentwickelt, würde ich empfehlen, ohne Shampoo auszuwaschen oder je nach Haarzustand etwas Conditioner zum Spülen und Nachbehandeln beizugeben.

Haargefühl und Farbergebnis
Mein feines Haar fühlt sich nach dem Färben gestärkt, voluminös und gepflegt an und selbst ganz ohne einen reichhaltigen Condi zur Nachbehandlung ist meine Haaroberfläche deutlich geglättet, was sich auch im unwahrscheinlich schönen Glanz bemerkbar macht. Immer wieder gern betone ich, dass sich die Leuchtkraft von Pflanzenhaarfarben keinesfalls mit chemischen Haarfarben vergleichen lässt (siehe Bild rechts mit ganz viel Sonnenschein).
khadi henna amla jatropha rot ergebis farbe

Das Farbergebnis würde ich im Vergleich zum reinen Khadihenna zweifelsohne als deutlich dunkler beschreiben. Der Farbton ging bei mir etwas stärker ins Bräunliche, fast schon ähnlich dem Mahagonirot von SANTE.
Bevor ich die Alma-Jatropha Nuance probierte, hatte ich bereits einige Male ganz begeistert mit dem klassischen Khadi Hennarot gefärbt, hier mal ein kleiner Ansatz-Farbvergleich: links Ansatz mit reinem Khadi Henna, rechts frisch gefärbt mit Khadi Henna Amla & Jatropha (sorry für den merkwürdigen Blaustich rechts, meine Kamera kommt mit extremst glänzenden Haaren wohl nicht zurecht *zwinker*)
khadi henna amla jatropha rot ergebis farbe ansatz

Mir gefällt der sehr intensive und erdige Farbton zwar sehr gut, im Vergleich zum reinen Henna von Khadi, welches ein sehr sattes und leuchtendes Rot ergibt, fällt sie mir persönlich auf Dauer eine Idee zu dunkel aus. Da sie ebenfalls gänzlich ohne Orangestich daherkommt und wie schon gesagt etwas dunkler färbt, würde ich sie für alle mittel-/dunkelblonden bis hellbraunen Schöpfe empfehlen, die sich mit dem klassischen Hennarot nicht so recht anfreunden können, aber ihr Haar mit einem schönen dunklen Rotton verschönern möchten, denn den erfüllt diese Farbe ganz hervorragend.
Kurzum: Bravo für diesen wunderschönen dunkelroten Ferrari, trotzdem ungeschlagen bleibt für mich der knallrote Khadi-Ferrari. ,)

Wie gefällt euch die dunkelrote Version des Khadi Henna?
Habt ihr das Khadi Henna Amla & Jatropha schon probiert?
Hat jemand von euch die neuen Khadi Blondtöne schon entdeckt?

Liebste Grüße
Mexi

Rückblick auf ein Jahr Henna, ein kleines Frage-Antwort Spiel

Henna rot gefärbtes Haar neu
Ihr Lieben,
nicht nur der Blog feiert derzeit sein Einjähriges, sondern auch vor genau einem Jahr habe ich meine monatliche Färberoutine auf Pflanzenhaarfarben umgestellt. Kürzlich erhielt ich von einer lieben Leserin für einen kleinen Fragebogen für ein Projekt zum Thema PHF, den ich so passend und toll fand, dass ich dieses Frage-Antwort Spiel und meine Gedanken dazu gern auch hier nochmals aufgreifen möchte.

 

1. Was hat Sie dazu bewegt, Ihre Haare auf natürlichem Weg zu färben?
Der ausschlaggebende Punkt war bei mir der Umstieg auf Naturkosmetik, der mit der Umstellung meiner Gesichtspflege begann. Nach und nach bin ich auch bei meinen Haaren zur NK gewechselt und habe festgestellt, dass natürliche Pflege und Farbe einiges zu bieten hat und meinen Haaren sehr gut tut, auch wenn sich die Umstellung auf für mich passende Produkte und der Silikonentzug zunächst als sehr haarsträubend angefühlt haben. Bis dato habe ich mein von Natur aus mittelblondes Haar über zehn Jahre lang regelmäßig blondiert und gefärbt, welches dementsprechend sehr beansprucht war. Neben dem Pflegeaspekt wollte ich weg von all den fragwürdigen Inhaltsstoffen, die während des Färbevorgangs nicht nur auf meinem Haar, sondern auch über die Kopfhaut schneller in meinen Körper gelangen als es mir lieb ist. Obwohl ich anfangs wirklich skeptisch in Bezug auf die Farbwirkung war, Abschied von meiner kirschroten Mähne nehmen und erstmal ein paar Färbetricks trainieren musste, habe ich inzwischen eine echte Liebe für mein hennarotes Haar entwickelt und staune immer wieder aufs Neue.

2. Mit welchem Farbstoff färben Sie? (Henna, Indigo…)
Da ein strahlendes Rot einfach zu mir gehört, ist reines Henna mein liebster Zauberfarbstoff.

3. Welche Marke nutzen Sie? Woher beziehen Sie Ihr Produkt? (Biomarkt,Onlineshop…)
Ausprobiert habe ich mittlerweile verschiedenste Marken und Farben von Abtswinder über SANTE bis Kräuter Mieke. Meine Lieblingsmarke ist bislang das reine Hennarot von Khadi, denn ich bin absolut begeistert von dem superfein gemahlenen Pulver und noch mehr von dem satten, nicht orangestichigen Rotton, der sich ganz deutlich von anderen reinen Hennapulvern abhebt: für mich der Ferrari unter den Pflanzenhaarfarben! Ich kaufe mein Khadi Henna meist im Netz und dann gleich gern ein paar mehr Packungen.

4. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie beim Färben?
Den großen Vorteil von PHF sehe ich in der Verträglichkeit, der Umweltfreundlichkeit, dem Pflege-Effekt und der unnachahmlichen Leuchtkraft, die so in der Form mit chemischen Haarfarben absolut nicht vergleichbar ist. Ich färbe nun seit einem Jahr mit PHF und meine Haare sind wie ausgewechselt: mein letzter Haarschnitt ist nun schon wieder einige Monate her und trotz regelmäßigem Fönen sind meine Haare bis in die Spitzen kerngesund, kein Spliss, kein Haarbruch. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich erstmals einen deutlichen Längenzuwachs verzeichne, der mir zuvor aufgrund brutalen Haarbruchs wahrscheinlich gar keine Chance zum Auffallen hatte. Noch vor einem Jahre wäre es undenkbar gewesen, mal einen Monat ohne Spliss-Schnitt auszukommen. Die Farbe baut sich von Färbung zu Färbung stärker auf und intensiviert sich. Während die Rotpigmente der chemischen Haarfarben (besonders auf den stark strapazierten Partien) oft nach ein paar Wäschen herausfallen, verblassen die des Hennarots zwar mit der Zeit, sitzen aber bombenfest.
Der Nachteil liegt sicher in der Anwendung, die im Vergleich zur chemischen Haarfarbe ein wenig aufwändiger und gerade für Anfänger etwas schwieriger sein könnte. Der Auftrag mit dem Pinsel verhält sich zwar nicht anders als bei einer chemischen Haarfarbe, allerdings braucht die Natur mehr Zeit zum Wirken und erfordert daher etwas Geduld beim Färben. Ich lasse meine Farbe generell mindestens 6 Stunden einwirken, meist werden es sogar bis zu 10 Stunden, die ich dann sonntags putzender-, lesender- oder bloggenderweise mit Hennaturban auf dem Kopf aushalte. Außerdem eine Wissenschaft für sich ist das Anrühren und Vorbereiten der Farbe, die auch seine Zeit, Hingabe und Übung braucht. Ich habe mir mittlerweile eine Anrührtechnik mit Mixer, starkem Schwarztee, Zitronensaft und Amlapulver angeeignet, die über Nacht oder zumindest für einige Stunden durchzieht. Ich entdecke immer wieder neues, bin sicher noch nicht am Nonplusultra angelang und habe da noch ein paar Experimente vor mir. Ein weiterer Nachteil (nicht für mich, denn ich lieebe mein Henna-Rot über alles) könnte in der Farbauswahl liegen, da sich mit PHF nur natürliche Töne erzielen lassen. Da sich die jeweilige Ausgangshaarfarbe maßgeblich auf des Färbeergebnis auswirkt, liegen krasse Farbveränderungen á la von dunkel zu hell nicht in der Macht der Pflanzenhaarfarben.

5. Denken Sie die Verwendung von Pflanzenhaarfarben wird tendenziell ansteigen, sinken oder gleich bleiben?
Ich glaube, dass das Bewusstsein für Umwelt, Konsum und Inhaltsstoffe seit einiger Zeit grundsätzlich stärker in den Vordergrund tritt und immer mehr Menschen sich damit beschäftigen und beschäftigen wollen, was sie sich, ihrem Körper und der Umwelt zumuten. Im Zuge dessen denke ich, dass sich PHF in Zukunft ebenfalls größerem Zuspruch erfreuen werden und auch hier auf dem Blog wird das Interesse daran durch zahlreiche tägliche Suchmaschinenanfragen deutlich. Ich glaube und hoffe, dass sich diese Entwicklung zukünftig weiter fortsetzen wird, auch wenn ich denke, dass diese Themen nicht selbstverständlich in unseren Köpfen landen. Das Nachdenken über Alternativen wird nach wie vor nur dort stattfinden, wo ein grundsätzliches Bedürfnis danach besteht. Speziell in Bezug zu Pflanzenhaarfarben kommt dazu, dass sich perönlicher Farbwunsch und Farbergebnis manchmal erstmal auf einen gemeinsamen Kompromiss einigen müssen und in puncto krasse Aufhellung oder verrückte Farben auf dem Kopf wohl zunächst keinen gemeinsamen Nenner finden werden.
Es kommt halt immer auch darauf an, was man (nicht) will. ,)

Habt ihr schonmal mit PHF gefärbt und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
Wo liegen aus eurer Sicht die größten Vor- und Nachteile von PHF?
Gedankenexperiment: Welche Haarfarbe würdet ihr gern mal probieren, habt es euch aber noch nie getraut?

PS: A propos Hennageburtstag, habt ihr mein Geburtstags-Giveaway schon gesehen? Falls nicht, macht gern schnell noch mit, denn morgen um Mitternacht klappen sich die Deckel auf den vier Lostöpfen zu.

Liebste Grüße
Mexi

piekfein: das rote Henna von Khadi

Khadi reines Henna rot 1

Hallo ihr Lieben,
wie ihr wisst, färbe ich regelmäßig mit Pflanzenhaarfarben und auch diesen Monat war es wieder soweit:
ich habe meine Mähne zum zweiten Mal in Folge mit dem reinen Henna rot von Khadi gefärbt und meinen Schopf schonmal pünktlich für die Festtage erstrahlen lassen.

khadi henna rot pulverPreis, Inhalt & Verpackung
Das Henna von Khadi reicht locker aus für eine Komplettbehandlung von überschulterlangem Haar, kostet 6,95€ und ist auf vielen Naturkosmetik Onlineshops zu haben und in ausgewählten Bioläden erhältlich. Es handelt sich dabei um reines BDIH-zertifiziertes Hennapulver (Lawsonia Inermis) ohne zusätzliche färbende Stoffe, welches deutlich heller als die sonst von mir gewohnten Pülverchen daherkommt.
Es kommt in einer schlichten roten Pappumverpackung, welche neben 100g des gemahlenen Pulvers auch Handschuhe, eine Haube und einen Anwendungshinweis enthält.

Anrühren & Vorbereitung
Khadi reines Henna rot 7 KopieWie ich es immer mit Pflanzenhaarfarben handhabe, habe ich das Henna am Vorabend des Färbens mit einem starken Schwarztee, Zitronensaft, etwas Zucker und zwei Teelöffeln des Khadi Amla Pulver mit Hilfe des Mixers in einer hohen Schüssel angerührt und abgedeckt über Nacht ziehen lassen, damit sich die Farbstoffe optimal lösen können und die Hennamasse die Möglichkeit hat, noch vor dem eigentlichen Auftrag auf den Haaren zum Dye Release, dem färbenden Moment von Pflanzenhaarfarben, zu kommen. Seht ihr den rötlichen Rand am Schüsselrand links? That’s what we want! Das Pulver ergibt kurz nach dem Anmischen eine grün-braune Masse, welche sich nach dem Ziehen am nächsten Tag deutlich rotbraun gewandelt hat. Ich bevorzuge bei PHF eine etwas flüssigere Konsistenz als Joghurt, da sie sich so nicht nur hervorragend auftragen und verteilen lässt, sondern auch, weil sie so lange genug feucht bleibt, bis alle Haare damit bedeckt sind. Durch das Amlapulver bekommt die Hennamischung eine zusätzliche leuchtkraftverstärkende und pflegende Wirkung. Bei besonders pflegebedürftigen Mähnen kann auch ein Schuss Conditioner beigefügt werden.

Auftrag
Für ein schönes, gleichmäßiges und intensives Farbergebnis ist es wichtig, dass das Haar befreit von Rückständen (Styling, Fett und Silikonen) ist. Dazu reinige ich mein Haar vorzugsweise mit einem glycerinfreien Shampoo gründlich durch und verzichte ganz bewusst ein paar Tage vor dem Färben auf schwere Ölkuren oder umschirmende Pflegeprodukte.
Da die Farbe nach dem Durchziehen wirklich prompt färbt, sollte man alles, was nicht unbedingt rot gefärbt werden soll, tunlichst aus der Schussbahn räumen und für den Fall, dass doch mal etwas daneben geht, feuchte Tücher oder einen Waschlappen bereitlegen, mit denen sich Farbkleckser vor allem im Gesicht, an Ohren & Nacken und am Bereich des Haaransatz sofort entfernen lassen.
Ich trage die in einem Wasserbad erwärmte Farbe auf meinem frisch gewaschenen, handtuchtrockenen Haar scheitelweise mit dem Pinsel zuerst auf meinen mittelblonden Ansatz auf und verteile den Rest der Farbe großzügig in meinen Längen. Bemerkenswert bei dem Hennapulver von Khadi ist, dass es unvergleichlich fein gemahlen ist und dadurch, dass es keine groben Pflanzenteilchen enthält, bröckelt es nicht und die fast sahnige Farbmasse lässt sich somit wunderbar im Haar verteilen. Wenn ich meine Haare komplett eingepinselt habe, knete ich alles kopfüber nochmals schön durch, um sicher zu gehen, dass alles mit Farbsaft bedeckt ist und lege meine Längen am höchsten Punkt des Kopfs zu einem kleinen Turm übereinander und befestige sie mit einer Haarspange.

khadi tropfenschutzEinpacken, Warmhalten & Tropfschutz
Für eine optimale Farbentwicklung ist es besonders wichtig, dass die Farbe auf den Haaren durchgehend feucht gehalten wird. Dazu stülpe ich mir die beigelegte Haube über, drücke diese dicht an meine Haare an und verknote zusätzlich eine an einer Seite aufgeschnittene Plastiktüte im Nacken. Darüber kommt dann noch ein ausrangiertes Handtuch oder eine alte Wollmütze, damit mein Schopf schön warm bleibt und sich die Farbe mit Hilfe der Wärme mit der Keratinschicht des Haars verbinden kann. Im Grunde reicht die Körperwärme aus, wer mag, kann die Haube auch kurz anfönen um die Hitzeentwicklung zu beschleunigen. Vor allem kurz nach dem Abdecken kann es sein, dass die Farbe an Ohren und Nacken etwas tropft. Diese Tropfen fange ich mit einem Tuch in einem Wassertöpfchen auf.
Je nach gewünschter Farbintensität wird eine Einwirkzeit von 30 Minuten bis zu zwei Stunden empfohlen. Ich persönlich lasse die die Farbe mindestens sechs Stunden einwirken, um ein intensiv rotes Ergebnis zu erzielen, dabei sind die Grenzen nach oben offen. ,)

Ausspülen
Zum Ausspülen mache ich gern einen Kopfstand im Waschbecken und wasche die Farbe in mehreren Spülgängen aus meinem Haar. Dazu klopfe ich meine Kopfhaut mit den Fingerspitzen sorgfältig ab und weil die Farbe so fein ist, lässt sie sich prima lösen. Ganz eilige oder bequeme können auch problemlos in der Wanne nach dem Baden auswaschen. Da sich die Farbe noch nachentwickelt, empfehle ich das Ausspülen ganz ohne Shampoo (und überdem so lange wie möglich mit der nächsten Wäsche zu warten). Eventuell könnt ihr auch mit etwas Condi auswaschen, welcher zusätzlich Pflege bringt.

khadi henna ansatz vorher nachher Kopie

Ergebnis
Meine Haare erscheinen nach dem Färben in einem warmen & natürlichen Rot, das im Vergleich zu reinem Henna und den anderen Pflanzenhaarfarben, die ich bereits probiert habe, erstaunlich wenig orangestichig wirkt, was sich besonders gut an den Ansatzbildern erkennen lässt (links mein kupfriger herausgewachsener Ansatz – zuvor gefärbt mit SANTE naturrot, rechts das Khadirot). Meine Mähne fühlt sich gestärkt & griffig an und hat eine glänzende Leuchtkraft sondergleichen, welche sich mit chemischen Haarfarben nicht vergleichen lässt (siehe linkes Bild unten mit viel Sonne). Die Farbe dunkelt nach ein paar Tagen noch etwas nach, blutet beim Waschen kaum aus und verblasst mit der Zeit ein wenig. Was ich sehr mag ist, dass sie nicht wie beispielsweise beim mahagonirot von SANTE nach und nach ins Bräunliche geht, sondern bei mir immer im roten Bereich bleibt. Bei mir entwickelt sich die Farbe nach 2-3 Tagen zu einem satten Rotton, der seinesgleichen sucht.

khadi henna nachher

Khadifarben sind außerdem in hellbraun, natürliches Nussbraun, dunkelbraun, schwarz, indigo, als farbloses Henna (Cassia) und als Henna mit Alma und Jatropha erhältlich. Letzteres habe ich hier schon zu stehen und bin gespannt darauf, ob es im Vergleich zum reinen Henna einen farblichen Unterschied machen wird.

Unterm Strich:
Dieses fein gemahlene Henna hat eine unvergleichlich tolle Farb- und Leuchtkraft und macht die Farbe für mich zu dem Ferrari unter den Pflanzenhaarfarben.
My choice, hugh!

Färbt ihr auch regelmäßig oder seid ihr zufrieden mit eurer Naturhaarfarbe?
Habt ihr schon mal Pflanzenhaarfarbe, vielleicht sogar mit Khadi gefärbt?
Was macht ihr, um strahlend schön für die Festtage zu sein?

Liebste leuchtend rote Grüße
Mexi

Für Kräuterhexen: der Speick Natural Deo Stick

speick deo stick 1

Hallo ihr Lieben,
vor einiger Zeit habe ich euch bereits in einem „dirty little secrets“ – Deodorant Post erzählt, warum ich auf Deos ohne Aluminiumsalze umgestiegen bin. Leider ist es gar nicht so einfach, ein Deo zu finden, welches zuverlässig den ganzen Tag vor Müffelgeruch schützt. Der Deo Stick von Speick war das erste Deo meines alumiumfreien Achselprojekts und ich hatte diesen zwar schon mehrmals hier erwähnt, heute soll es aber mal etwas genauer um meinen kleinen grünen Achselfreund gehen.

Dieser gehört der Speick Natural-Reihe an und ist sowohl für Männlein als auch für Weiblein gedacht.

speick deo stick 2aDas sagt der Hersteller:
“Der Speick Natural Deo Stick schützt durch sein effektives Deo-Wirkprinzip und pflegt zugleich durch ausgewählte Pflanzensubstanzen. Diese Deopflege eignet sich besonders für sensible Haut.”

Inhalt, Preis & Verpackung
Ich habe den Deostick mit 40ml Inhalt für etwa 4 Euro bei Dm gekauft, ihr findet ihn aber auch bei Rossmann und Müller im Speick-Regal. Er kommt in einer weißen Plastikverpackung, welche sich mit einem Schraubdeckelchen fest verschließen lässt. Der Deostick wird durch Drehen an dem geriffelten Fuß des Sticks hochgebracht.
Da dieser Deostick keine schweißhemmenden Stoffe enthält, die natürlichen Hautprozesse respektiert und die Ausgänge der Schweißdrüsen nicht verschließt, fällt es nicht unter die Kategorie Antitranspirant, sondern zählt zu den Deodorants.

speick deo stick 3a

Duft, Auftrag und Wirkung
Den Geruch würde ich als sehr intensiv und kräuterig beschreiben, welcher in meiner Nase aber trotzdem sehr frisch rüberkommt. Enthalten sind desodorierende Wirkstoffe wie Salbei, Baldrian und Lavendel, die man auch sehr deutlich herausriechen kann. Das Deo sieht im Ganzen erstmal erschreckend grün aus, aber keine Angst, es hat meine Achseln in keinster Weise grün verfärbt. ,)
Der Stick hat an sich eine recht feste Konsistenz und lässt sich mit etwas Druck problemlos unter den Achseln verteilen. Das Gefühl auf der Haut nach dem Auftrag ist angenehm und er hinterlässt einen minimalen hauchfeinen fettigen Film, der aber keinesfalls ölig ist und meiner Meinung nach ist genau dieser der Schlüssel zum Wirkprinzip dieses grandiosen Deos.
Lange habe ich als mittelmäßige Schwitzerin nach einem Deo ohne Aluminiumsalze gesucht, welches mich wirklich den ganzen Tag vor Schweißgeruch bewahrt und genau dieser kleine grüne Kerl schafft das. Morgens aufgetragen kommt auch nach einem langen Tag bei mir kein unangenehmer Geruch durch und ich dufte noch mehrere Stunden nach dem Auftrag nach Kräuterbonbon unter den Armen. Natürlich sorgt es nicht dafür, Schwitzen und Nässe gänzlich zu unterbinden, aber es schützt sehr zuverlässig vor Schweißgeruch. Auch an warmen Sommertagen hat mich der Deostick nicht im Stich gelassen.
Lobenswert finde ich auch die unglaublich gute Ergiebigkeit des Sticks. Ich habe mein Exemplar nun schon seit einem guten halben Jahr im Gebrauch und es ist noch etwa ein Viertel drin.

Inhaltsstoffe laut Codecheck.info
Dipropylene Glycol, Octyldodecanol, alcohol, Sodium Stearate, Parfum, Propylene Glycol, VALERIANA OFFICINALIS (Extract), Salvia Officinalis (Extract), Lavandula Angustifolia (Oil), CI 75810, Benzyl Salicylate, Citral, Citronellol, Eugenol, Farnesol, Geraniol, Limonene, Linalool

Speick bietet eine Vielzahl von zertifizierten Naturkosmetikprodukten an, der Deostick trägt jedoch kein NK-Siegel. Zwei der Inhaltsstoffe, nämlich Dipropylene Glycol (Lösemittel) und Octyldodecanol (Lipid) sind chemischer Natur und werden als weniger empfehlenswert eingestuft. Der Alkohol an dritter Stelle der Zutatenliste hat meiner Haut trotz Rasur nicht geschadet, kein Brennen, keine Rötungen, alles gut! .)

Unterm Strich:
Meine absolute Empfehlung: für mich das aluminiumfreie Deo aus der Drogerie.
Endlich ein Deodorant ohne Aluminiumsalze, welches tatsächlich den ganzen Tag wirkt und ich würde immer wieder darauf zurückkommen, denn hier stimmt nicht nur der Preis sondern vor allem auch die Leistung.
Der Duft ist sicher nicht jedermanns Sache und für die ein oder andere vielleicht nicht feminin genug  und mich als  Kräuterhexe würde es sehr freuen, wenn der Lavendelanteil noch etwas stärker ausfallen würde. Soweit ich weiß, gibt es außer diesem noch ein Speick Deo für die Herren der Schöpfung, weshalb also eigentlich keines explizit für die Ladys?
Großartig finde ich, dass er wirklich nahezu flächendeckend in allen Drogerien zu finden ist und deshalb ohne Schwierigkeiten in eurer Körbchen hüpfen kann. Es gibt inzwischen natürlich auch tolle Deocremes, die auch sehr wirksam sind und noch großartiger duften, die sich allerdings nur im Netz bestellen lassen.
[Mehr zu Deocremes und meinen Erfahrungen damit werdet ihr übrigens demnächst hören.]

Verwendet ihr Deos ohne Alumium und wie kommt ihr damit zurecht?
Habt ihr einen Deo Favoriten?
Seid ihr Viel- oder Wenigschwitzer?

Liebste Grüße
Mexi